Die Mindfulness Based Cognitive Therapy oder kurz MBCT ist eine ähnliche achtsamkeitsbasierte Methode wie MBSR. MBCT ist vor allem für Menschen geeignet, die bereits schon einmal eine Depression, Angststörung, Burnout oder ähnliche Leiden erfahren haben.

Das 8-wöchige Achtsamkeitstraining basiert auf MBSR. Es soll Betroffenen dabei helfen, ihre Gedankengänge besser wahrzunehmen und aus Grübelschleifen auszusteigen. Dadurch lernen sie besser mit Stimmungsschwankungen und schwierigen Emotionen umzugehen.

Wer hat MBCT entwickelt?

Diese Therapie wurde in den 1990er Jahren von den kognitiven Verhaltenstherapeuten und Psychotherapieforschern Zindel Segal, Mark Williams und John Teasdale entwickelt.

MBSR und MBCT sind nahezu identische Achtsamkeitstrainings. Es werden die gleichen Übungen durchgeführt, allerdings beinhaltet die Mindfulness Based Cognitive Therapy zusätzlich Elemente aus der kognitiven Verhaltenstherapie. Durch diese sollen Menschen mit Depressionen und Ängsten einen besseren Umgang mit negativen Stimmungen erlernen. Die Betroffenen lernen, wie Gedanken, die Stimmung und die Körperempfindungen beeinflussen.

MBCT gegen Depressionsrückfälle
MBCT gegen Depressionsrückfälle

Warum erleiden Depressive oftmals Rückfälle?

Studien zeigen, dass bei den meisten Menschen, zum Beispiel während einer depressiven Episode, negative Gedankenmuster und unangenehme Körpergefühle zusammen auftreten. Die Betroffenen haben Gedankengänge wie:

  • Ich bin zu dumm.
  • Ich bin zu hässlich.
  • Keiner mag mich.
  • Ich bin ein Versager.
  • Alles geht schief.

Und ähnliche.

Außerdem fühlen sie sich oftmals:

  • ängstlich
  • müde
  • angespannt
  • traurig
  • erschöpft
  • hoffnungslos
  • schuldig

Sie verachten sich selbst und suchen, für alles was in der Welt geschieht, die Schuld bei sich.

Wenn die Symptome geringer werden, fühlen sich die Menschen wieder wohler. Die negativen Gefühle verschwinden und damit auch die zerstörerischen Stimmungen und körperlichen Zustände. Der Betroffene ist wieder vollständig genesen.

In der depressiven Phase werden jedoch Verknüpfungen zwischen den Emotionen und den negativen Gedanken gebildet. Diese Verknüpfungen können zu Rückfällen führen. Vielleicht läuft es gerade im Alltag nicht rund und man bekommt schlechte Laune. Dadurch können im Gehirn die negativen Gedankenmuster wieder aktiviert werden, obwohl sie gar nichts mit der aktuellen Situation zu tun haben. Plötzlich befindet sich der ehemals Betroffene wieder in der Grübelschleife und denkt darüber nach, was er falsch gemacht hat. Das Grübeln führt jedoch nicht zur Lösung, sondern setzt die Abwärtsspirale wieder in Gang. So kommt es zu Rückfällen, die in Panikattacken oder Depressionen enden.

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Umso wichtiger ist es, dass der Betroffene lernt, diese negativen Stimmungen zu erkennen und sie als das anzusehen, was sie sind – Gedanken. Durch MBCT lernen die Patienten, ihre Einstellung zu den Gedanken und Gefühlen zu verändern und ins Positive oder Neutrale umzukehren. Dies ist durch die Achtsamkeit möglich.

 

Wie hilft MBCT bei Depressionen und Ängsten?

Während des MBCT-Trainings beobachtet der Patient seine Gedanken, Emotionen und physischen Empfindungen in verschiedenen Situationen im Alltag. Dadurch lernt er, in schwierigen Situationen mit seinen Stimmungen zurechtzukommen, die Grübelschleifen zu erkennen und zu unterbrechen. Der Patient erkennt, dass kein Zustand und keine Stimmung für immer anhalten. Emotionen, Körperzustände und Stimmungen sind flüchtig. Sie wechseln stetig. Wir müssen sie nicht bekämpfen, sondern können sie durch Akzeptanz, Annahme und Änderung unserer Sichtweise, heilen.

MBCT verhilft zu mehr Abstand zu den eigenen Gedanken und Emotionen. Man wird zum Beobachter seiner Gedanken und Gefühle, aber lässt sich nicht mehr von ihnen vereinnahmen. Das MBCT basierte Achtsamkeitstraining unterstützt diesen Prozess zusätzlich dadurch, dass Elemente aus der verstandesmäßigen Verhaltenstherapie mit in das Training eingebunden werden.

Wie hilft MBCT?
Wie hilft MBCT?

Besserer Umgang mit Stress

MBCT hilft insgesamt, gelassener zu werden. Betroffene lernen besser mit Stress umzugehen und auch in schwierigen Situationen, einen kühlen Kopf zu bewahren. Durch die Achtsamkeit lernen wir alles so anzunehmen wie es ist und keine wilden Geschichten zu erfinden. Es ist wie es ist. Wenn es regnet, heißt das nicht, dass das Wetter schlecht ist. Es regnet einfach nur. 

Das MBCT-Training lehrt, die Wahrheit zu erkennen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Man wird bewusster und lernt jeden Moment achtsam wahrzunehmen. Gedankengänge wie: „Oh Gott, ich bekomme gleich eine Panikattacke!“, bleiben aus, weil man bewusst in der Gegenwart bleibt und aufhört, sich selber Geschichten zu erzählen.

10 achtsame Schritte zur Linderung von depressiven Symptomen