Schlaflosigkeit

Schlaflosigkeit mit Achtsamkeit den Kampf ansagen?

Immer mehr Menschen leiden an Schlafstörungen wie zum Beispiel der Schlaflosigkeit. Schlafstörungen zählen zu den häufigen psychosomatischen Erkrankungen. Laut Schlafexperten handelt es sich sogar um die häufigste psychische Störung, die in Deutschland vorkommt. Jeder zehnte ist von einer chronischen Schlafstörung betroffen.

Vielleicht kennst du dieses quälende Gefühl auch. Du wälzt dich nachts stundenlang im Bett hin und her, ehe du irgendwann total erschöpft einschläfst. Die Nachtruhe ist jedoch überhaupt nicht erholsam. Am Morgen wachst du, nach viel zu wenig Schlaf, total gerädert auf und kommst nur schwer in den Tag. 

Achtsamkeit kann dir gegen Schlaflosigkeit helfen.

Wie entsteht Schlaflosigkeit?

Damit dir die Achtsamkeit gegen deine Schlaflosigkeit helfen kann, ist es wichtig, dass du weißt, wie Schlaflosigkeit überhaupt entsteht. Viele Betroffene leiden unter Schlafstörungen, wissen aber gar nicht, warum. Es scheint keinen Grund für die schlaflosen Nächte zu geben. Anhaltende Schlaflosigkeit kann einen sehr hohen psychischen Druck verursachen und sogar verschiedene Erkrankungen wie Herz-Kreislauferkrankungen und Depressionen hervorrufen.

Die meisten Betroffenen haben tagsüber Probleme, ihren Alltag zu bewältigen, wenn sie nachts nur schlecht oder gar nicht geschlafen haben. Es ist völlig normal, wenn man mal schlecht schläft. Dies sollte jedoch kein anhaltender Zustand sein. Viele Betroffene, die an Schlafstörungen leiden, haben Probleme einzuschlafen oder durchzuschlafen. Sie werden nachts häufiger wach und können dann oft nicht wieder einschlafen. Am Tag darauf fühlen sie sich müde und erschöpft. Manche Patienten neigen zudem zur Schläfrigkeit am Tag.

Kreisende Gedanken sind häufig schuld an der Schlaflosigkeit

Wenn du in der Nacht schlecht geschlafen hast oder dies häufiger passiert, bist du bestimmt auch schon mal mit einem mulmigen Gefühl ins Bett gegangen. Du hast gehofft, dass du in der nächsten Nacht wieder besser schlafen kannst. Alleine die Sorge oder Angst darüber, dass du wieder schlecht schläfst, kann dich wachhalten. Jeder Mensch hat gewisse Verpflichtungen. Wenn du dir auch noch Sorgen darum machst, dass sich die Schlaflosigkeit negativ auf dein Privat- und Berufsleben auswirkt, kreisen die Gedanken darum und halten dich wach.

Auch interessant:  Schlafprobleme: Was kann ich dagegen tun?

Bei vielen Patienten, bei denen häufiger Schlafstörungen auftreten, treten später weitere Gefühle auf. Sie reagieren wütend und ärgern sich darüber, nicht schlafen zu können. Sie reagieren hilflos und irgendwann resignieren sie. Diese Gefühle können verschiedene körperliche Symptome hervorrufen.

Der Körper wird stärker angespannt oder es kommt zu schmerzhaften Verspannungen. Vielleicht reagierst du auch mit Unruhe, schwitzen und Nervosität, was zusätzlich zu deiner Schlaflosigkeit beiträgt. Es ist nur allzu gut verständlich, wenn du diesen Zustand nicht länger hinnehmen möchtest.

Es gibt viele Ursachen, die zu Schlaflosigkeit führen können wie zum Beispiel folgende:

  • Stress
  • Hormonschwankungen
  • Altersbedingte Schlaflosigkeit
  • Warten auf die Müdigkeit
  • Langes Ausschlafen an freien Tagen
  • Power-Napping am Tag
  • Einschlafen vor dem Fernseher
  • Alkoholkonsum
  • Kreisende Gedanken
  • Ängste
  • Sorgen
  • Häufiger Blick auf den Wecker

Wie lange dauert Schlaflosigkeit?

Schlaflosigkeit und Schlafstörungen können langanhaltend sein. Es wird dir dennoch bestimmt helfen, wenn du weißt, dass sie nicht ewig anhalten können. Wie lange die Schlaflosigkeit andauert, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Während sie bei manchen Betroffenen wenige Wochen anhalten, sind andere davon mehrere Jahre betroffen. Dies ist jedoch auch von den individuellen Umständen eines jeden einzelnen abhängig.

Schlafstörungen können schließlich auch bei gesundheitlichen oder psychischen Problemen auftreten. Sobald die Erkrankung ausgeheilt ist, verschwindet die Schlaflosigkeit für gewöhnlich wieder. Kreislauferkrankungen, Hormonschwankungen und Atemwegsstörungen können ebenfalls Schlafstörungen hervorrufen. Wichtig ist, dass du die Ursache für den schlechten Schlaf findest. Dann wird es dir leichter fallen, die Schlaflosigkeit zu beenden.

Was kann man dagegen tun?

Oft hilft es, wenn man sich darüber bewusst wird, warum man schlecht schläft. Isst du vielleicht abends zu viel und zu schwer? Schaust du dir vor dem Schlafengehen noch aufregende Krimifilme an? Dies kann deinen Schlaf empfindlich stören. Drei Stunden vor dem Schlafengehen solltest du nichts mehr essen, keinen Sport mehr treiben und den Körper langsam runterfahren lassen.

Trink vor dem Schlafengehen keinen Kaffee und keinen Alkohol. Besser ist eine heiße Milch mit Honig. Gegen Schlafstörungen können auch entspannende Tees helfen wie Passionsblütentee oder Lavendeltee.

Auch interessant:  Welche Einschlafhilfe ist die richtige für mich?

Dimme abends am besten das Licht und arbeite nicht mehr am Computer. Falls dies nicht möglich ist, kannst du einen Blaulichtfilter einschalten. Blaues Licht hält uns wach. Du solltest abends möglichst ruhige Aktivitäten einplanen. Du kannst zum Beispiel ein warmes Bad genießen. Alles was dich entspannt, ist erlaubt.

Die Insomnie ist die häufigste Schlafstörung

Als Insomnie bezeichnet man Ein- und Durchschlafstörungen. Hierzu zählen Einschlafprobleme, häufiges Aufwachen in der Nacht, Probleme wieder einzuschlafen nach dem Aufwachen, zu frühes Aufwachen, flacher Schlaf, nicht erholsamer Schlaf und zu wenig Schlaf.

Die Insomnie gilt als die häufigste Form der Schlafstörung, die nicht auf organische Ursachen zurückzuführen ist. Diese Variante der Schlafstörung ist für gewöhnlich auf negative Gedanken und Gefühle zurückzuführen, wie der Angst, davor wieder nicht einschlafen zu können. Auch die Folgen der Schlaflosigkeit führen zu Ängsten, die das Einschlafen verhindern können, wie die Sorge darüber, am nächsten Tag wieder zu müde zum Arbeiten zu sein.

Wie hilft Achtsamkeit gegen Schlaflosigkeit?

Achtsamkeit kann gegen Schlafstörungen und Schlaflosigkeit helfen. So wird für die Behandlung häufig das MBTI Achtsamkeitsprogramm empfohlen, das wissenschaftlich geprüft wurde. MBTI ist die Abkürzung für Mindfulness based Treatment of Insomnia. Darunter versteht man die achtsamkeitsbasierende Behandlung von Schlafstörungen. Hierbei werden verschiedene verhaltenstherapeutische Techniken mit der Achtsamkeit verbunden.

Die Achtsamkeit gegen Schlaflosigkeit hilft dabei, die negativen Gedanken und Gefühle der Schlaflosigkeit, sowie deren Auswirkungen zu entkoppeln. Man lässt die negativen Gedanken und Gefühle also einfach vorbeiziehen, ohne sie festzuhalten. Negative Verhaltensmuster werden durch die Achtsamkeit durchbrochen.

In acht Sitzungen lernen die Betroffenen ihre Schlafstörungen zu überwinden. Sie erlernen verschiedene Techniken aus der Psychotherapie wie die Schlafhygiene und verschiedene Achtsamkeitsmethoden. Bevor das MBTI Achtsamkeitsprogramm helfen kann, ist es wichtig, dass die Schlaflosigkeit von einem Arzt diagnostiziert wurde. Schließlich könnten die Schlafstörungen auch auf andere Grunderkrankungen zurückzuführen sein.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.