Über 12 Millionen Menschen in Deutschland leiden an Panikattacken. HĂ€ufig tritt die Panik nach einer lĂ€ngeren Phase der Belastung auf. Belastende Ereignisse wie zu viel Stress in der Arbeit, in der Familie, Trennungen, TodesfĂ€lle, UnfĂ€lle, Krankheiten und Ă€hnliche Ereignisse können Ängste oder gar Angststörungen hervorrufen. Aber wie soll man als Betroffener damit umgehen?

Der Mensch muss Angst haben

Wenn Sie von einer Angststörung betroffen sind, sollten Sie wissen, dass Angst nicht Ihr Feind ist, auch wenn es sich erst einmal so anfĂŒhlt. Angst hat eine wichtige Aufgabe. Sie soll Ihr Leben schĂŒtzen. Betroffene meiden zunĂ€chst Situationen, die Ihnen Angst machen. Dies gilt vor allem fĂŒr Menschen, die an einer Agoraphobie leiden. Sie meiden Situationen, in denen sie glauben hilflos zu sein oder nicht mehr aus der Situation herauszukommen, wie zum Beispiel Bahnfahrten, das Anstehen an der Supermarktkasse, Fahren auf der Autobahn und Ă€hnliche.

Es rasen Gedanken durch den Kopf wie: „Was ist, wenn ich jetzt eine Panikattacke bekomme und mir niemand helfen kann? Was ist, wenn ich einen Herzinfarkt bekomme?“ Dadurch werden die Ängste nur verstĂ€rkt und fĂŒhlen sich noch unangenehmer an. Die Symptome verstĂ€rken sich und es kommt zu einer ausgewachsenen Panikattacke.

All das ist fĂŒr Betroffene sehr unangenehm und frustrierend, wenn die Panikattacken immer wieder auftreten. In diesem Fall ist es ratsam, wenn Sie eine Verhaltenstherapie machen. Eine einzelne Panikattacke muss nicht zu einer Angststörung werden. Panikstörungen entstehen meist dann, wenn der Betroffene nicht weiß, woher die Panik kommt, weil sie einen gefĂŒhlt grundlos ĂŒberfĂ€llt.

In der Steinzeit war es Ă€ußerst wichtig, Angst zu haben. Wenn ein SĂ€belzahntiger vor Ihnen steht, sorgt Angst dafĂŒr, dass Sie leistungsfĂ€higer werden. Ihr Herz rast und pumpt mehr Blut in Ihre Muskeln, damit Sie schneller laufen oder besser kĂ€mpfen können. Angst schaltet Sie also in den Kampf-Flucht-Modus. Sie entscheiden instinktiv, ob Sie kĂ€mpfen oder flĂŒchten mĂŒssen.

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Der moderne SĂ€belzahntiger

Heute haben wir es zum GlĂŒck nicht mehr mit solchen gefĂ€hrlichen Kreaturen zu tun. Aber warum bekommen wir dann trotzdem Panik und haben das GefĂŒhl, die Kontrolle zu verlieren? Der moderne SĂ€belzahntiger bzw. die Gefahr, sieht heute anders aus. Wir haben andere Stressoren wie zum Beispiel, den Job, Scheidungen, Konflikte mit Freunden und der Familie.

Stress ist im Grunde genommen nichts anderes als Angst. Wir kommen endlich zu Ruhe und plötzlich beschleicht uns ein ungutes GefĂŒhl. Das Herz rast. Es kommen Gedanken auf wie: „Oh Gott, bekomme ich jetzt etwa einen Herzinfarkt?“ Dazu gesellt sich ein unangenehmes Ziehen in der Brust, weil uns der Gedanke verkrampfen lĂ€sst. „Der Druck auf der Brust! Oh Gott, es ist niemand da, der mir helfen kann!“ Plötzlich kommt noch Atemnot hinzu, weil sich der Atem beschleunigt. Damit kommt auch der nĂ€chste Gedanke: „Ich werde sterben!“ Dieser Gedanke fĂŒhrt zu einer Panikattacke. Diese bleibt Betroffenen mit einer Panikstörung noch lange in Erinnerung. Dabei ist der Auslöser in der Vergangenheit zu finden.

Der Stress in der Vergangenheit konnte nicht richtig verarbeitet werden, weil einfach keine Zeit oder Ruhe zur VerfĂŒgung stand. Kaum kommt man zur Ruhe, greift die Panik um sich. Das ist eine vollkommen gesunde Reaktion Ihres Körpers, um Sie zu schĂŒtzen. Sie werden nicht sterben. Sie haben nur Angst! Die Angst will Ihnen zeigen, dass Sie etwas in Ihrem Leben verĂ€ndern mĂŒssen.

Die Symptome der Panik

Angst beziehungsweise Panik hat viele Gesichter und kann dementsprechend viele Symptome hervorrufen wie:

  • Kopfdruck
  • Kopfschmerzen
  • Mundtrockenheit
  • GlobusgefĂŒhl im Hals
  • Bauchschmerzen
  • Nackenschmerzen
  • Herzrasen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Schwitzen
  • Zittern
  • Herzrasen
  • Schwindel
  • FremdheitsgefĂŒhle
  • Sehstörungen
  • Kribbeln in den Gliedmaßen
  • TaubheitsgefĂŒhle
  • Verkrampfungen
  • Atemnot
  • Hyperventilation
  • Todesangst
  • GefĂŒhl verrĂŒckt zu werden
  • Weiche Knie
  • Weinen

Die Liste ließe sich wahrscheinlich noch endlos weiterfĂŒhren. All diese Symptome sind sehr unangenehm. Sie sind jedoch völlig harmlos und erklĂ€rbar.

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Wie werde ich den SĂ€belzahntiger (Panik) los?

Wir haben Angst vor Dingen, die wir nicht erklÀren können. Wenn plötzlich Herzrasen aus scheinbar heiterem Himmel auftritt, kann das sehr beÀngstigend sein. Vielleicht haben Sie aber nur zu viel gegessen, sind schnell gelaufen oder Treppen gestiegen. Dann schlÀgt Ihr Herz auch sehr schnell, rast oder springt vielleicht. Das ist normal und kein Grund zur Besorgnis.

Bei Panikattacken kann die Achtsamkeit helfen, Ruhe zu bewahren und sich nicht in angstmachenden Gedanken zu verstricken. Wenn Sie die Panikattacken nicht alleine bewĂ€ltigen können, ist eine Psychotherapie anzuraten. In der Therapie lernen Sie nicht nur AchtsamkeitsĂŒbungen kennen, sondern allgemein, wie Sie besser mit Angst und Stress umgehen können.

Wenn wieder eine Panikattacke bei Ihnen auftritt, beobachten Sie die Symptome. Was spĂŒren Sie? Ich spĂŒre wie mein Herz stark klopft. Sie leben! Ich schwitze. Vielleicht ist Ihnen warm. Mein Atem beschleunigt sich. Beobachten Sie, wie sich der Atem und Ihr Herz wieder beruhigen.

Wenn Ihnen ĂŒbel ist, heißt das nicht, dass Sie sich gleich ĂŒbergeben mĂŒssen. Bleiben Sie im Moment der Panik bei sich und denken Sie nicht an das was passieren könnte. Beobachten Sie lediglich, was passiert und wie sich die Symptome verĂ€ndern. Dadurch wird es Ihnen leichter fallen, dem SĂ€belzahntiger in die Augen zu schauen und ihn wie eine kleine Katze aussehen zu lassen.