Macht man beim Yoga nicht nur körperliche Verrenkungen? Was hat Yoga mit Achtsamkeit zu tun? Yoga hat nicht nur mit körperlicher AktivitĂ€t, sondern auch mit geistiger AktivitĂ€t zu tun. Yoga könnte man auch als ‚Meditation in Bewegung‘ bezeichnen. Sie schult den Körper und den Geist.

Was bedeutet Achtsamkeit im Yoga?

Beim Achtsamkeit Yoga nimmt man sich bewusst Zeit fĂŒr sich und die Übungen. Durch die Konzentration auf den Körper und den Atem, kommen die Gedanken zur Ruhe und man kommt in der Gegenwart an. Man ist im Hier und Jetzt und konzentriert sich voller Aufmerksamkeit auf seine Übungen, statt mit dem Kopf in der Vergangenheit oder Zukunft zu sein.

Wenn wir achtsam sind, kommen wir bei uns an. Uns fĂ€llt es leichter, Lösungen fĂŒr eventuelle Probleme zu finden. Wir Ă€rgern uns nicht mehr grundlos ĂŒber Vergangenes oder haben Angst, vor Dingen, die in der Zukunft passieren könnten. Wir spĂŒren achtsamer, was in diesem Moment in unserem Inneren vorgeht und was im Außen geschieht. Wir sind also prĂ€sent in der Gegenwart.

Das bedeutet, dass wir aus unserem Autopiloten, der voll automatisch ablĂ€uft, an die OberflĂ€che kommen, unsere innere Traumwelt verlassen und bewusst alles wahrnehmen, was im jetzigen Augenblick geschieht. Wir lassen uns nicht mehr so leicht ablenken, uns aus der Ruhe bringen. Wir sind nicht mehr geistesabwesend und trĂ€umen vor uns hin, sondern spĂŒren das Leben, so wie es ist, ohne etwas dazu zu dichten. Wir spinnen keine Geschichten mehr zurecht. Wir spĂŒren unser Sein. Dadurch entsteht mehr Gelassenheit im Inneren.

Werde zum Beobachter

Das Achtsamkeit Yoga lehrt uns zum Beobachter zu werden. Wir beobachten, was in und um uns herum geschieht, ohne es zu bewerten. Es ist weder gut noch schlecht. Die Achtsamkeit im Yoga lĂ€sst sich auch als sechsten Sinn bezeichnen. Mit etwas Übung bekommt man ein VerstĂ€ndnis fĂŒr alles, was im Geist, dem siebten Sinn, der auch als Mindsight bezeichnet wird, geschieht. Man wird sozusagen Zeuge, seines eigenen Bewusstseins.

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Achtsamkeit Yoga bedeutet: Werde zum Beobachter
Achtsamkeit Yoga bedeutet: Werde zum Beobachter

Je mehr Übung man hat, desto leichter wird es, den inneren Beobachter einzunehmen. Wir bekommen dadurch leichter einen gesunden Abstand zu unseren Gedanken und GefĂŒhlen. Wir hinterfragen sie und nehmen nicht mehr jeden negativen Gedanken als absolute Wahrheit hin. Durch Achtsamkeit Yoga lernt man viel ĂŒber sich selbst und kann bewusst Abstand zu herausfordernden Gedanken und Situationen nehmen. Yogis haben viel Erfahrung und handeln nicht mehr impulsiv und unĂŒberlegt, sondern bewusst.

Alles darf sein, wie es ist

Der Beobachter, beobachtet nur. Er lĂ€sst alles sein wie es ist. Alleine dadurch stellt sich eine Gelassenheit ein. Wir mĂŒssen uns nicht ĂŒber den nervigen Nachbarn aufregen, wenn wir unsere Gedanken zu ihm bewusst beobachten und wie Wolken weiterziehen lassen. Wir können uns außerdem, statt impulsiv zu reagieren, fragen, ob es wirklich wahr ist, was wir ĂŒber ihn denken oder ob wir nicht doch eine Geschichte zurecht gesponnen haben. Ist der Nachbar wirklich laut oder sind wir nur empfindlich oder haben ein BedĂŒrfnis nach Ruhe?

Durch das Achtsamkeit Yoga wechseln wir die Perspektive. Uns fĂ€llt es leichter, zu Gedanken und GefĂŒhlen Abstand zu gewinnen und uns in andere Personen hineinzuversetzen. Wir können uns also bewusst fĂŒr eine andere Reaktion entscheiden.

Der funkende Gedanke

Kaum möchten wir uns aufmerksam auf etwas konzentrieren, funken uns die Gedanken dazwischen. Wir möchten uns beim Yoga auf die Bewegungen und den Atem konzentrieren und sie miteinander in Einklang bringen. Schon tauchen Gedanken auf wie: „Eigentlich habe ich jetzt gar keine Lust dazu! Ich muss noch einkaufen. Ich muss die Kinder von ihren Freunden abholen. Ich muss noch kochen.“ Ein Muss folgt dem nĂ€chsten. Das verursacht Stress. Nehmen wir aber Abstand von diesen Gedanken, werden sie nur noch als das, was sie sind wahrgenommen – als Gedanken.

Es können natĂŒrlich auch andere Gedanken auftreten, wenn man zur Ruhe kommt. Und das ich auch gut so. HĂ€ufig bekommen wir nĂ€mlich dank des Autopiloten gar nicht mit, was uns wirklich beschĂ€ftigt. Wenn wir zur Ruhe kommen und uns drĂ€ngen sich die Gedanken auf, wissen wir, was uns beschĂ€ftigt und können es verarbeiten oder entsprechend handeln.

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Achtsamkeit und Yoga: einfach unzertrennlich
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Yoga und Achtsamkeit sind untrennbar

Yoga setzt sich nicht nur aus körperlichen Übungen zusammen, sondern beinhaltet auch AtemĂŒbungen. Im MBSR, Mindfullness Based Stress Reduction, also der auf Achtsamkeit basierenden StressbewĂ€ltigung, werden in den Kursen hĂ€ufig auch Übungen aus dem Yoga durchgefĂŒhrt.

Sowohl Yoga als auch MBSR basieren auf den Lehren des Buddhismus. Allerdings muss man nicht religiös sein oder einen Glauben haben, um Achtsamkeit Yoga durchfĂŒhren und davon profitieren zu können. Yoga ist eine Möglichkeit, um achtsamer zu werden und mit sich, der Umwelt und den Menschen bewusster und achtsamer umzugehen.

Achtsam dem Atem folgen

Sich auf den Atem zu konzentrieren und ihm zu folgen, ist eine Übung aus dem Yoga, die auch bei vielen Meditationen Anwendung findet.

Dabei begibt man sich zum Beispiel in eine bequeme sitzende oder liegende Haltung und schließt möglichst die Augen. Nun legt man die linke Hand auf den Bauch und die rechte auf den Brustkorb. Man spĂŒrt das Heben und Senken des Bauches und des Brustkorbs und vielleicht auch den Herzschlag.

Zu Beginn werden sich dabei immer wieder Gedanken einschleichen. Statt sich dafĂŒr zu kritisieren, lenkt man seine Aufmerksamkeit einfach wieder zurĂŒck auf den Atem und spĂŒrt, wie er kommt und geht. Mit etwas Übung findet man dadurch mehr und mehr Abstand zu seinen Gedanken und der inneren GefĂŒhlswelt und erfĂ€hrt, wie die Gedanken und GefĂŒhle entstehen.

Vielen Menschen fĂ€llt es schwer, die Gedanken zu beruhigen. Man kann sich beim Ein- und Ausatmen auch sagen: „Ich atme ein. Ich atme aus.“ Dies macht den Atemvorgang noch bewusster und lĂ€sst ‚störende‘ Gedanken zur Ruhe kommen.