Achtsamkeit Wirkung

Welche Wirkung hat Achtsamkeit?

Warum sollte man Achtsamkeit praktizieren und welche Wirkung hat sie überhaupt? Achtsamkeit führt zu mehr innerer Ruhe und Gelassenheit. Wer sich bewusst darüber ist, was in ihm vorgeht, findet einfacher Lösungsstrategien und kann besser mit seinen Emotionen umgehen. Wer achtsam ist, befindet sich im Hier und Jetzt und grübelt nicht über die Zukunft oder Vergangenheit nach.

Verhaltensänderung ist möglich

Durch Achtsamkeitsmeditation ist eine Verhaltensänderung und Verhaltensregulation möglich. Wir können uns bewusst entscheiden, wie wir in bestimmten Situationen, wie zum Beispiel bei einem Streit, reagieren wollen. Durch die Meditation werden wir uns körperlicher und geistiger Aktivitäten bewusst. Wir laufen nicht mehr im Autopilot und können mit etwas Übung besser auf unsere Gefühle und Gedanken hören und diese in eine positive Richtung verändern.

Durch die Beobachtung des Bewusstseins ist es laut Buddhismus sogar möglich, sich von jeglichem Leid zu befreien.

Wir identifizieren uns mit unseren Gedanken und Gefühlen

Wir denken nahezu ununterbrochen. Dabei glauben wir leider vieles von dem, was wir denken. Da hören wir Sätze wie: „Ich bin zu hässlich! Keiner mag mich! Ich bin zu dumm! Ich bin zu faul! Ich bin zu dick!“ Diese Liste ließe sich jetzt endlos fortführen.

Unsere Gedanken entsprechen nicht immer der Wahrheit. Nur leider glauben wir sie häufig trotzdem. Wir identifizieren uns zu sehr mit unserem Denken und unseren Gefühlen. Letztendlich glauben wir, das Gefühl oder der Gedanke zu sein. Wenn wir nur negativ über uns denken, führt dies zu Leid. Das Selbstbewusstsein sinkt, wir fühlen uns traurig und bekommen vielleicht sogar eine Depression oder haben mit Ängsten zu tun.

90 Prozent unserer Wahrnehmungen sind trügerisch

Alles was wir am Himmel sehen, ist bereits vor Minuten geschehen. Buddha wusste, dass 90 Prozent unserer Wahrnehmungen nicht mit der Realität übereinstimmen. Wenn wir einen Sonnenauf oder – untergang sehen, glauben wir, dass dieser jetzt gerade stattfindet. Dabei hat dieser schon bereits vor Minuten begonnen. Wir sagen, dass es schlechtes Wetter ist. Dabei regnet es nur. Das ist weder gut noch schlecht. Es ist ein Fakt.

Unsere Wahrnehmung ist trügerisch
Unsere Wahrnehmung ist trügerisch

Unser Gehirn sucht stets nach Mustern, die es bereits kennt oder erlernt hat. Aus diesem Grund nehmen wir die Welt um uns herum ebenfalls nach festgelegten Mustern wahr. Wenn wir überwiegend negativ denken, sehen wir die Welt negativ. Aber kommen wir auf die Idee, unsere Wahrnehmungen und Gedanken zu hinterfragen? Ist es immer genau so richtig, wie wir die Welt sehen?

Achtsamkeitsübungen helfen dabei, zu sehen und zu fühlen, was wirklich ist – jetzt, im gegenwärtigen Moment. Wenn man die Aufmerksamkeit auf den jetzigen Moment richtet, befindet man sich in der Gegenwart. Und genau in diesem Moment entfaltetet sich die Achtsamkeit Wirkung. Wir erfinden keine wilden Geschichten mehr. Wenn es regnet, dann regnet es. Wenn die Sonne scheint, dann scheint die Sonne. Das ist aber weder gut noch schlecht. Als Meditierender lernt man die Wahrheit zu erkennen und hört auf, sich mit Gedanken und Gefühlen zu identifizieren.

MBSR – Eine besondere Form der Meditation

Viele Patienten mit chronischen Schmerzen, identifizieren sich mit dem Schmerz. Sie glauben, der Schmerz zu sein. Dabei sind sie noch viel mehr. Dies erkennen sie jedoch kaum noch, wenn sie sich ausschließlich mit ihren Schmerzen identifizieren. Aus diesem Grund erkranken Schmerzpatienten häufig an einer Depression.

Jon Kabat-Zinn, der Begründer der Mindfulness Based Stress Reduction oder kurz MBSR, erkannte, dass es den Patienten besser geht, wenn sie sich nicht mehr mit ihren Gedanken identifizieren. Durch Übung lässt sich das Gehirn schulen, sodass es umlernt und sich der Mensch nicht mehr mit seinen Gedanken oder Schmerzen identifiziert. Man reagiert zunehmend bewusster und gelassener auf herausfordernde Situationen.

Unter MBSR versteht man die Stressbewältigung durch Achtsamkeit. Krankenkassen bieten heutzutage 8-wöchige Kurse an, in denen das Meditationsverfahren zur Linderung und Heilung von Schmerzen und psychischen Störungen gelehrt wird. Die Achtsamkeit Wirkung wurde bereits in zahlreichen Studien nachgewiesen.

Kabat-Zinn entwickelte die Methode im Jahre 1979, basierend auf der Achtsamkeitspraxis des Buddhismus. Allerdings hat das MBSR-Training nichts mit Religion zu tun und lässt sich auch von Menschen anwenden, die nicht gläubig sind.

Jon unterrichtete die Achtsamkeitsmethode erstmals im Jahre 1995 an der University of Massachusetts Medical School. Dort gründete er auch das Center for Mindfulness in Medicine, Health Care and Society.

Achtsamkeit Wirkung - Die Autobahnen im Gehirn
Achtsamkeit Wirkung – Die Autobahnen im Gehirn

Die Autobahnen im Gehirn

Automatische Abläufe, wie sie bei jedem Menschen stattfinden, nennt man im Buddhismus Gewohnheitsenergien. In der Neurowissenschaft bezeichnet man sie hingegen als ‚Autobahnen im Gehirn‘.

Die meisten Menschen besitzen eine vierspurige Autobahn aus negativen Gedanken. Diese lässt sich jedoch durch die Achtsamkeitspraxis verändern. Bereits nach 8 Wochen ist eine langfristige Achtsamkeit Wirkung spürbar. Aus den neuen Gewohnheiten entsteht zunächst ein kleiner Feldweg, der sich dann irgendwann in eine neuronale Autobahn voller Gelassenheit und innerer Ruhe verwandelt. Viele Patienten bemerken bereits nach der ersten Meditation die Achtsamkeit Wirkung.

Jeden Samen, den wir säen, ernten wir. Mit Hilfe der Achtsamkeit säen wir die richtigen Samen aus. Wenn wir uns häufig ärgern, manifestiert sich diese Wut in uns. Reagieren wir jedoch häufig gelassen und leben ein Leben voller Leichtigkeit, manifestieren sich daraus neue Gedanken und Gefühle.

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