Jeder Mensch macht sich mal Sorgen um etwas oder um jemanden. Das ist völlig normal. Aber es gibt auch Menschen, die können das Grübeln einfach nicht abschalten. Sie machen sich den ganzen Tag Gedanken darum, was Schlimmes passieren könnte und ob es ihren Lieben gut geht. Diese Art des Grübelns kann krank machen. Aber warum machen wir uns überhaupt Sorgen? Bringt es uns etwas, wenn wir uns Sorgen machen? Und was kann man gegen die ständige Grübelei tun?

Warum grübeln wir und machen uns Sorgen?

Wir wollen immer alles unter Kontrolle haben. Deshalb machen wir uns Sorgen. Sobald wir zur Ruhe kommen oder wenn wirklich etwas Schlimmes passiert ist, machen wir uns Sorgen. Manchmal tun wir dies unbewusst, manchmal völlig bewusst. Das Grübeln gibt es uns die Illusion, in einer Situation, die nicht sicher ist, die Kontrolle zu haben. Darüber hinaus bereiten wir uns gedanklich auf das Schlimmste vor, das eintreten kann.

Allerdings macht es für Sie keinen Sinn, sich zu Sorgen. Durch die Grübeleien rufen Sie nur unnötig negative Gefühle hervor. Diese können Ihnen die Kraft rauben und Sie daran hindern, ins Handeln zu kommen, wenn es wirklich nötig ist. Manche Menschen verstricken sich so tief in das Gedankenkarussell, sodass sie es kaum noch stoppen können und dadurch in eine tiefe Depression geraten. Wenn Sie sich Sorgen, ändern Sie jedoch nichts an Ihrer Situation. Der Grübelgedanke schadet Ihnen eher, als das er Ihnen nutzt. Ein kleines Beispiel:

Wenn es regnet und Sie darüber nachgrübeln, warum es ausgerechnet jetzt regnet, obwohl Sie einen Spaziergang machen wollten, hört es dann auf zu regnen? Wenn ja, wäre das wohl reiner Zufall. Durch Grübeln können Sie keine Veränderung bewirken und fühlen sich nur schlecht.

Achtsamkeit: Kommen Sie im Hier und Jetzt an

Eine gute Methode, um sich das Grübeln bewusst zu machen, ist die Aufmerksamkeit, nach innen zu richten. Oft bekommen wir gar nicht mit, wenn wir uns in Grübelschleifen verstricken. Wir merken nur, dass wir traurig oder wütend sind und wissen gar nicht warum. In diesem Fall könnte es daran liegen, dass Sie das Grübeln automatisiert haben. Werden Sie sich dessen bewusst. Nur dann, können Sie etwas dagegen tun.

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Wenn Sie alleine nicht gegen Ihre Grübelgedanken ankommen, kann Ihnen eine Therapie dabei helfen, die Ursachen zu finden. In der Therapie lernen Betroffene Ihre negativen Gedanken zu entlarven. Damit können Sie Depressionen verhindern.

Wenn Sie im Hier und Jetzt bleiben, tritt in dem Moment keine Ihrer Befürchtungen ein. Die Angst entsteht immer dann, wenn Sie mit den Gedanken in der Zukunft sind. In der Gegenwart haben diese Zukunftsgedanken keine Macht über Sie.

Eine kleine Übung gegen das Grübeln

Wenn Sie merken, dass Sie sich in negative Gedanken und daraufhin in Grübeleien verstricken, können Sie versuchen, mit der folgenden Übung wieder ins Hier und Jetzt zu gelangen. Die Übung ist nicht nur hilfreich gegen Grübeln, sondern auch gegen Ängste. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Ihr Umfeld.

Stellen Sie sich Nacheinander die fünf W-Fragen.

  • Was sehen Sie?
  • Was hören Sie?
  • Was fühlen Sie?
  • Was riechen Sie?
  • Was schmecken Sie?

Wenn Sie gerade nichts schmecken, können Sie sich zum Beispiel auch vorstellen wie etwas schmeckt, was Sie gerne haben und sich darauf konzentrieren, wie es schmeckt. Wie schmeckt ein Kaffee? Durch diese Übung gelangen Sie automatisch ins Hier und Jetzt. Je häufiger Sie sie üben, desto wirksamer wird sie.

Achten Sie auf Ihren Atem

Wenn Ihnen die Übung in Ihren Grübelmomenten zu schwierig erscheint, können Sie Ihre Aufmerksamkeit auch auf Ihren Atem richten. Fühlen Sie wie er in die Lungen ein- und ausströmt. Wie sich dabei der Brustkorb und Ihr Bauch hebt und senkt.

Nach ein paar tiefen Atemzügen können Sie Ihre Atemzüge zählen. Einatmen, ausatmen, eins. Einatmen, ausatmen, zwei. Machen Sie das, bis Sie bei zehn angekommen sind. Danach fangen Sie wieder von vorne an. Ganz zu Anfang werden Sie bestimmt immer weiter zählen als bis zehn. Das ist völlig normal und auch gut so. Dadurch werden Sie sich nämlich bewusst, dass Sie nicht im Hier und Jetzt sind. Nur wenn Sie sich dessen bewusst werden, können Sie es ändern. So werden Sie auch leichter mitbekommen, wenn Sie zum Grübeln neigen.

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