Jeder spricht von Multitasking! Frauen sollen besonders multitaskingfähig sein. Dabei ist diese Fähigkeit oder der Versuch, Multitasking auszuüben, gar nicht so gut für die mentale Gesundheit. Aber was versteht man eigentlich unter Multitasking und warum ist es so schädlich?

Was versteht man unter Multitasking?

Computer sind multitaskingfähig. Sie können viele verschiedene Prozesse gleichzeitig ausführen. Sind Sie ein Computer? Nein? Dann ist es sehr unwahrscheinlich, dass Sie sich wirklich auf mehrere Dinge gleichzeitig konzentrieren können. Sie können das Radio einschalten und gleichzeitig ein Buch lesen. Allerdings können Sie entweder nur dem Radiomoderator zuhören oder das Buch lesen. Wenn Sie versuchen, beides gleichzeitig zu machen, werden Sie viele Details nicht mitbekommen.

Es ist ein Mythos, dass Menschen sich auf viele Tätigkeiten gleichzeitig konzentrieren können, auch wenn es manchmal so wirkt. Schließlich laufen viele Aufgaben bei der Arbeit und im Haushalt gleichzeitig ab.

Wenn Sie Kinder haben, spielen Sie mit den Kindern, während das Essen auf dem Herd steht und kocht. Dennoch machen Sie diese Dinge nicht wirklich gleichzeitig. Ihre volle Aufmerksamkeit kann nur bei Ihren Kindern sein oder beim Essen auf dem Herd. Sie können im Hinterkopf haben, dass Sie aufpassen müssen, dass das Essen nicht anbrennt. Aber sobald Sie zum Herd gehen, müssen Sie aufhören, mit Ihren Kindern zu spielen.

Wieso ist Multitasking schlecht für die mentale Gesundheit?

Forscher konnten in mehreren Studien nachweisen, dass der Mensch nicht für das sogenannte Multitasking geschaffen ist. Bei der Arbeit hätten Sie manchmal bestimmt gerne mehr als nur zwei Hände. Alleine das zeigt schon, dass Sie nicht für das Multitasking gemacht sind. Sie werden unachtsamer werden.

Das Telefon klingelt und Ihr Kollege hat eine Frage. Sie müssen nun entscheiden, ob Sie telefonieren oder Ihrem Kollegen die Frage beantworten. Sie können diese Aufgaben nicht gleichzeitig erledigen. Sie werden also dazu gezwungen, Ihren Focus auf einen Prozess zu richten.

Die Psychologie zeigt, dass Multitasking unzufrieden macht und die mentale Gesundheit negativ beeinträchtigt. Wir versuchen es allen Recht zu machen. Deshalb versuchen wir, mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen. Dies kann zu einer Überforderung und zu Fehlern führen. Wenn diese immer wieder auftreten und sich dann jemand beschwert, macht das unzufrieden. Man fühlt sich überfordert. Die Überforderung schlägt aufs Gemüt.

Früher oder später denken Sie: „Was hab ich denn falsch gemacht? Ich hab doch versucht, es allen Recht zu machen! Eigentlich will ich nur meine Ruhe!“ An diesem Vorhaben scheitern Sie. Sie werden zufriedener sein, wenn Sie sich immer nur auf eine Aufgabe konzentrieren. Durch das Multitasking reagiert das Gehirn gereizt. Dies führt dazu, dass es Sie ebenfalls gereizt fühlen lässt.

Wieso sind wir unachtsam, wenn wir multitasken, und was hat die Achtsamkeit damit zu tun?

Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass Sie sich besonders wohl fühlen, wenn Sie sich nur auf eine Sache konzentrieren und diese bewusst erleben?

In Studien konnte nachgewiesen werden, dass sich die Probanden nie auf mehrere Dinge gleichzeitig konzentrieren konnten, auch wenn die eigene Wahrnehmung vielleicht etwas anderes zeigte. Die Probanden neigten zu Fehlern. Sie können nicht gleichzeitig eine Matheaufgabe lösen und währenddessen versuchen spanisch zu lernen. Sie werden automatisch unachtsamer. Stellen Sie sich vor, Sie sollen eine Kettenaufgabe lösen und jemand anderes fragt bei Ihnen gleichzeitig Spanischvokabeln ab. Sobald Sie eine Antwort geben möchten, müssen Sie damit aufhören, die Matheaufgabe zu lösen. Wenn Sie weiter Mathe lernen, bekommen Sie vielleicht nur am Rande mit, was man Sie fragt oder was man Ihnen erzählt.

Wenn Sie achtsam sind, können Sie sich besser konzentrieren. Wenn Sie alle Ihre Aufgaben nacheinander lösen, sehen Sie, was Sie geschafft haben. Darüber hinaus schleichen sich weniger Fehler ein, weil Sie achtsamer sind. Das macht insgesamt zufriedener und die Tätigkeiten lassen sich schneller durchführen.

Forscher haben herausgefunden, dass Menschen maximal zwei Aufgaben gleichzeitig erledigen können, weil sie nur zwei Gehirnhälften haben. Sie können zum Beispiel atmen und schlafen oder Popcorn essen und dabei einen Film schauen. Sie können aber nicht schlafen, atmen und dabei gleichzeitig wach sein.

Wie kann man sich das Multitasken abgewöhnen?

Halten Sie sich vor Augen, wie viele Fehler Sie machen, wenn Sie mehrere Dinge gleichzeitig machen. Wenn Sie multitasken und merken, dass es Ihnen nicht gut tut, ist es dann nicht sinnvoller, damit aufzuhören?

Wenn Sie mit etwas beschäftigt sind, halten Sie alle Störungen von sich fern. Im Zweifelsfall hängen Sie einen Zettel an die Tür mit der Aufschrift: „Bitte nicht stören!“ Sie werden bei Ihren Tätigkeiten beobachtet und es stört Sie? Bringen Sie einen Sichtschutz an.

Lassen Sie sich helfen! Sie gewinnen ein Plus an Zeit, wenn Sie Aufgaben abgeben. Ist das nicht eine tolle Belohnung? Sagen Sie Ihrer Familie, Ihren Freunden usw. warum Sie für eine Zeit lang nicht erreichbar sein werden. Viele werden anfangs bestimmt nicht davon begeistert sein. Allerdings werden Sie es Ihnen bestimmt schon bald nacheifern, wenn Sie merken, wie viel zufriedener und gelassener Sie sind.

Sie schauen während der Arbeit oder bei bestimmten Tätigkeiten immer wieder auf das Handy? Schalten Sie es ab! Sie müssen nicht ständig erreichbar sein. So können Sie sich auch gleich viel besser auf Ihre Arbeit oder Ihr Hobby konzentrieren.

Greifen Sie, wenn Sie sich Ihre Lieblingsserie anschauen, immer wieder zum Handy? Ich wette, dass Sie sich gerade ertappt fühlen. Wie viel bekommen Sie dann noch von der Serie mit, wenn Sie versuchen, zeitgleich mit jemandem zu schreiben? Das können Sie doch später auch noch in Ruhe machen, wenn die Serie zu Ende ist. Sonst müssen Sie ständig wieder zurückspülen, sofern dies möglich ist.

Apps können Ihnen dabei helfen, das unliebsame Multitasking zu beenden. So gibt es zum Beispiel Apps, mit denen Sie Ihr Handy für eine bestimmte Zeit offline schalten können. Sie können dann erst wieder online gehen, wenn die Zeit abgelaufen ist. Je häufiger Sie versuchen, dass Multitasking zu beenden, desto einfacher wird es Ihnen fallen, dieses Muster aufzugeben.

Typische Fragen zum Thema Achtsamkeit

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