Bei der sogenannten dialektisch-behavioralen Therapie oder auch kurz DBT handelt es sich um eine spezielle Therapie, die von Marsha Linehan entwickelt wurde. Sie ist eine spezielle Form der Psychotherapie, die für Patienten mit einer Borderline-Störung entwickelt wurde.

Entstehung der dialektisch-behavioralen Therapie (DBT)

Marsha Linehan arbeitete viele Jahre lang mit Frauen zusammen, die an einer Borderline-Störung litten und suizidgefährdet waren. Durch ihre Erfahrungen mit den Frauen, entwickelte sie ein Behandlungskonzept, das unter anderem Elemente aus der Psychotherapie enthält wie die Verhaltenstherapie, Hypnotherapie und Gesprächstherapie. Das Behandlungskonzept fand großen Anklang und wurde bereits wissenschaftlichen Tests unterzogen, die zeigen, dass DBT eine sehr gute Therapie zur Behandlung der Borderline-Störung ist.

Die unterschiedlichen therapeutischen Phasen

Seit Anfang der 1990er Jahre gibt es Psychotherapeuten in den USA und in Europa, die sich zu Arbeitsgruppen zusammengeschlossen haben und die DBT erfolgreich zur Behandlung der Borderline- Persönlichkeitsstörung anwenden. In der Therapie durchlaufen die Patienten verschiedene therapeutische Phasen mit verschiedenen Problemen. Hierzu zählen:

  • Phase 1: Suizidalität und Selbstschädigung
  • Phase 2: Bearbeitung traumatischer Erfahrungen
  • Phase 3: Problemfeld Integration und Wege zu neuer Identität

Phase 1

Bei Borderline haben die Patienten starke Probleme mit der Regulation ihrer Emotionen. Die Gefühle werden von den Patienten als gefährlich oder überwältigend empfunden. Viele Patienten lassen ihre Gefühle aus diesem Grund nicht mehr zu und fühlen sich deshalb wie ‚tot‘.

Um diese unangenehmen Gefühle zu bewältigen gehen viele Borderline-Patienten drastische Wege. Sie schaden sich selbst, haben Suizidgedanken oder unternehmen Suizidversuche. Die Patienten setzen sich gefährlichen Situationen aus wie zum Beispiel auf Bahngleisen laufen, auf Berge klettern ohne Sicherung usw. Das Aufsuchen von Extremsituationen automatisiert sich irgendwann und die Wirkung schwächt sich wie bei einer Alkoholsucht ab. Wenn der Patient zur Selbstverletzung, Suizidgedanken und ähnlichen neigt, müssen diese Probleme zuerst behandelt werden. Die Prozesse, die zu diesem Verhaltensmuster führen und die Therapie gefährden könnten, müssen besonders intensiv unter die Lupe genommen werden.

In der Phase 1 geht es unter anderem auch darum, belastende Lebensumstände in den Griff zu bekommen wie beispielsweise Probleme in der Familie, in der Partnerschaft und am Arbeitsplatz oder Essstörungen, Alkohol- und Drogenmissbrauch.

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Phase 2

Betroffene mit einer Borderline-Störung waren in der Vergangenheit Situationen ausgesetzt, die sie alleine nicht bewältigen konnten. Dadurch können sie Dissoziationen und Flash-backs erleiden. Diese sind ein Zeichen für traumatische Erlebnisse, die nicht oder nur unzureichend verarbeitet wurden. Bevor die Phase 2 angegangen wird, ist es wichtig, dass der Patient in der Psychiatrie erst mit Hilfe eines erfahrenen Traumatherapeuten die Problemfelder aus der Phase 1 bewältigt hat.

Phase 3

In dieser Phase erlernt der Patient in der Klinik neue Fertigkeiten und Strategien, die ihn seine Lebendigkeit spüren lassen. Der Patient lernt alte Verletzungen zu akzeptieren. Es ist ratsam in dieser Phase eine Selbsthilfegruppe aufzusuchen.

Das Fertigkeitentraining mit DBT

In der DBT durchläuft der Borderline-Patient ein Fertigkeitentraining, das sich auf fünf Module aufteilt:

Die innere Achtsamkeit

In diesem Modul lernt der Patient sich selbst zu spüren und wahrzunehmen. Der Patient soll sich in Situationen sicher fühlen können, ohne diese zu bewerten oder sich selbst klein zu machen. Der Betroffene findet dadurch einen besseren Abstand zu der Situation.

Der Selbstwert

In diesem Modul lernt der Patient seine Wahrnehmung für dysfunktionale Einstellungen zu stärken, die er sich selbst gegenüber hat. Sinnvolle Einstellungen und das Training auf der Verhaltensebene sind sehr hilfreich. Der Borderline-Patient lernt sich selbst gegenüber fair zu bleiben und mit sich selbst ins Reine zu kommen.

Der Umgang mit Gefühlen

Durch Gefühle ist es uns möglich zu handeln, ohne dass wir darüber nachdenken. Wahrnehmungsstörungen können jedoch dazu führen, dass wir unsere Gefühle nicht mehr richtig wahrnehmen und sie falsch interpretieren. Dies führt wiederum zu unerträglichen Unruhe- und Angstzuständen. Der Patient wird von seinen Gefühlen überwältigt. In diesem Modul lernt der Betroffene seine Gefühle zu regulieren.

Die Stresstoleranz

Wenn ein Mensch unter starkem Stress steht, ist es ihm kaum noch möglich, logisch zu denken oder zu handeln. In diesem Fall können dissoziative Gefühle auftreten. Die Patienten neigen dann häufig dazu, sich selbst zu verletzen oder aggressiv zu werden. Der Drang kann so stark werden, dass er unkontrollierbar ist. Durch sogenannte Skills, also Fertigkeiten, lernt der Patient den Stress gezielt abzubauen. Dies gelingt unter anderem durch die Aktivierung starker Sinnesreize, die dabei helfen, sich neu zu orientieren.

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Die zwischenmenschlichen Fertigkeiten

Der Patient lernt, wie er seine eigenen Ziele und Wünsche realisieren kann, ohne dass dadurch soziale Beziehungen in die Brüche gehen. Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung lernen ihre Grenzen zu entdecken und aufzuzeigen. Außerdem lernen sie, wie sie mit schwierigen Beziehungen umgehen können.


Typische Fragen zum Thema Achtsamkeit

Wir haben typische Fragen, die uns oft erreichen, zusammen getragen. Wenn Ihre Frage noch nicht dabei ist, dann freuen wir uns auf einen Kontakt.

Was ist Achtsamkeit?

Achtsamkeit (oder in Englisch: Mindfulness) heißt, seine Emotionen, Handlungen, Gedanken und Physis bewusst wahrzunehmen und jeden Gedanken mit offenen Armen zu begrüßen. Es heißt nicht, Tagträumen nachzuhängen oder sich Sorgen über die Zukunft zu machen, sondern aktiv im Hier und Jetzt zu sein.

Wo wird DBT angeboten?

DBT wird von einigen großen Psychiatrischen Kliniken angeboten sowie von spezialisierten niedergelassenen Ärzten. Wie bei den meisten Therapieformen ist es auch bei DBT wichtig einen Therapeuten in seiner Nähe zu finden. Generell empfehlen wir gerne die LVR Kliniken mit Standorten in Bonn, Köln, Langenfeld, Mönchengladbach, Bedburg-Hau, Essen, Viersen, Düsseldorf und Düren, sowie die Charité in Berlin.

Was ist innere Achtsamkeit?

Die innere Achtsamkeit ist ein wichtiger Teil von DBT (der dialektisch-behavioralen Therapie), welche zumeist bei Borderline Erkrankungen eingesetzt wird. In diesem Modul lernt der Patient sich selbst zu spüren und wahrzunehmen. Der Patient soll sich in Situationen sicher fühlen können, ohne diese zu bewerten oder sich selbst klein zu machen. Der Betroffene findet dadurch einen besseren Abstand zu der Situation.

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