Die Spiritualität hält immer mehr Einzug in unser Leben. Aber was bedeutet es überhaupt, spirituell zu sein? Muss man, um ein spiritueller Mensch zu sein, an Gott glauben? Hat es überhaupt etwas mit Religion zu tun oder doch eher mit Esoterik? Auf diese Fragen und mehr soll es im heutigen Beitrag eine Antwort geben.

Jeder versteht etwas anderes unter Spiritualität

Für jeden Menschen bedeutet es etwas anderen, spirituell zu sein. Dies ist teilweise von der Religion und dem Kulturkreis in dem man lebt abhängig. Allerdings muss ein Mensch, der an Gott glaubt oder religiös ist, nicht zwingend spirituell sein. Ein Atheist, also jemand der nicht an Gott glaubt, kann dennoch spirituell sein. Viele Menschen fühlen sich mit einer höheren Macht verbunden, selbst dann, wenn sie nicht religiös oder gläubig sind.

Warum sind Menschen spirituell?

Spiritualität leitet sich vom lateinischen Begriff spiritus, also Geist ab. Hierunter versteht man etwas, dass über allem Materiellem steht. Dies kann sich auf das Bewusstsein, die Seele, auf Geister oder auch auf Dinge aus dem religiösen Kontext beziehen.

Unter einem spirituellem Menschen versteht man jemanden, der eine besondere Ausstrahlung besitzt. Vielleicht strahlt er eine besondere Kraft, Ruhe oder Wärme aus. In der Nähe eines Spirituellen hält man sich für gewöhnlich gerne auf.

Bei einigen Menschen hat man das Gefühl, dass sie den Sinn des Lebens verstanden haben oder wenigstens eine Ahnung davon haben, wie das Leben funktioniert. Solche Menschen üben eine magische Anziehungskraft auf andere aus. Wir haben das Gefühl, dass uns Spirituelle etwas beibringen können oder das sie uns mit Rat und Tat zur Seite stehen können. Sie scheinen mit der Wahrheit, also etwas Geistlichem in Kontakt zu sein. Es ist, als seien sie mit einer höheren Macht verbunden, mit der man selbst auch gerne verbunden wäre. Aus dieser Verbundenheit ziehen die Menschen Kraft.

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Spiritualität sollte das Überleben sichern

Früher waren die Menschen sehr naturverbunden. Es war überlebenswichtig, die Natur zu verstehen. Es gab jedoch Naturereignisse, die der Mensch nicht erklären konnte. Dennoch waren sie real und gehörten zur Umwelt. Sie wurden also als Wahrheit betrachtet und man fühlte sich mit diesen Naturereignissen verbunden, auch wenn man sie nicht verstehen konnte. Der Mensch musste Werte und Regeln schaffen. Dadurch ergab sich eine spirituelle Praxis, die zur Aufgabe hatte, das Überleben zu sichern.

Jeder Mensch fühlt sich gut, wenn er das Gefühl der Verbundenheit spürt. Wenn er Teil eines großen Ganzen ist und eine Aufgabe hat.

Spiritualität - Warum?
Spiritualität – Warum?

Naturverbundenheit stärkt den Geist und die Seele

In Naturreligionen und dem Schamanismus spielt die Spiritualität auch heute noch eine große Rolle. Das Leben der Naturreligionen baut auf dem Glauben auf, dass neben unserer Welt mit Menschen aus Fleisch und Blut auch noch eine geistige Welt existiert, in denen die Ahnen und Geistwesen leben. Durch die Verehrung, dieser geistigen Welt, erhalten die Naturreligionen ihre Lebenskraft.

Spiritualität ist im Grunde genommen nichts anderes als eine universale Quelle, aus der alles was um uns herum existiert, entspringt und auch wieder zur ihr zurückkehrt. Glauben wir Gutes und wünschen wir anderen Gutes, kommt dies zu uns zurück.

Eine wichtige Regel der Spiritualität ist, dass man niemandem Schaden zufügt, andere Menschen nicht verletzt und sein Leben nicht verschwendet. Für unsere Vorfahren waren diese spirituellen Regeln, die auch heute noch gelten, wichtig, um ihr Leben zu schützen.

Unterschiede im spirituellem Glauben

Der Glaube unterscheidet sich von Mensch zu Mensch und von Volk zu Volk. Schamanen glauben zum Beispiel, dass wir in verschiedenen Realitäten leben. Die Spiritualität dient den Schamanen das Gleichgewicht zwischen diesen verschiedenen Realitäten aufrechtzuerhalten. Der Spirituelle versucht in diesem Fall mit einer geistlichen Welt in Kontakt zu treten, wodurch sich Krankheiten heilen lassen und sich leichter Problemlösungen ergeben.

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Was hat Spiritualität mit Achtsamkeit zu tun?

Viele Menschen sind in ihrem Inneren sehr unruhig. Um zur Ruhe zu kommen achten Sie bewusst auf ihre Gedanken. Dadurch kommen sie mit sich selber in Kontakt und merken oftmals erst, was sie beschäftigt. Diese Form der Meditation könnte auch als Spiritualität verstanden werden, da der Meditierende durch den Kontakt zu sich selbst und die Beruhigung der Gedanken neue Kraft bekommt. Während der Meditation haben viele Menschen das Gefühl, dass sie mit etwas Höherem verbunden sind. Etwas, dass ihnen dabei hilft, Lösungen für Probleme zu finden, dass ihnen den Kummer nimmt und das ihnen Ruhe und Kraft schenkt.

Auch im Yoga, das als Meditation in Bewegung verstanden werden kann, spüren die meisten Menschen diese Kraft, die oftmals als spirituell bezeichnet und auch so empfunden wird.

Spiritualität ist für viele Menschen eine Quelle der inneren Kraft, die aus uns selbst entspringt. Wir können diese Quelle öffnen und sprudeln lassen, wenn wir während einer Mediation unsere Gedanken beruhigen oder gar verstummen lassen. Denn nur dann hören wir unsere innere Stimme, die uns den Weg weist.