Der Alltag in Pflegeberufen kann sehr stressig sein. Umso wichtiger ist es, mehr Achtsamkeit in die Pflege zu bringen. Dabei geht es sowohl um einen selbst als auch um die zu pflegenden Menschen. Manchmal fehlt einem vielleicht auch die Geduld, wenn der Pflegende nicht so mithelfen kann, wie gewünscht oder sich verweigert. Mit etwas Übung nimmt man diese Probleme gelassener hin und bringt den Klienten und sich selbst gegenüber mehr Empathie auf. Aber was bedeutet Achtsamkeit in der Pflege und wie bringt man sie in den Pflegealltag? Darum soll es im heutigen Blogbeitrag gehen.

Achtsamkeit in der Pflege vermeidet Fehler

Es ist Ihnen als Pflegekraft bestimmt auch schon mal passiert, dass Sie das falsche Zimmer eines Klienten aufgesucht haben und Sie zum Waschlappen gegriffen haben, anstatt eine Wunde zu versorgen. Solche Fehler passieren in der Pflege immer wieder. Aus diesem Grund ist Achtsamkeit in der Pflege besonders wichtig. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihnen alles über den Kopf wächst, sollten Sie sich einen Augenblick Zeit nehmen und bewusst in sich hinein spüren. Für diesen Zweck gibt es verschiedene Achtsamkeitsübungen, die Ihnen Ihre Gedanken und Ihr Körpergefühl bewusst machen. Durch diese Übungen können Sie Ihr und das Wohlbefinden Ihrer Klienten steigern. Schließlich fühlen sie sich gleich viel wohler, wenn sie sich in guten Händen wissen.

Machen Sie sich locker

Wenn Sie Patienten heben müssen, haben Sie bestimmt häufiger mit Verspannungen zu tun. Dies passiert allerdings auch, wenn Sie viel Stress haben. In der stationären Pflege geht es nur selten ruhig zu. Um nicht den Kopf zu verlieren, ist es wichtig, dass Sie gut für sich sorgen. Denn nur wenn Sie gut für sich sorgen, können Sie auch für andere gut sorgen. Schließlich sind Menschen Menschen und sollten auch so behandelt werden und nicht wie Güter vom Fließband.

Atmen Sie während der Arbeit immer mal wieder tief ein und aus. Lassen Sie Schultern herunter fallen. Dadurch werden Sie lockerer und sogar die oftmals rasenden Gedanken kommen wieder zur Ruhe. So gehen Sie gleich viel entspannter mit Ihren Klienten und sich um.

Sehen Sie den Menschen hinter der Krankheit

Es ist wichtig, dass Sie nicht nur die Krankheiten wie Demenz oder körperlichen Einschränkungen Ihrer Klienten sehen, sondern den Menschen dahinter. Genauso individuell wie jeder Mensch ist, sollte auch die Pflege sein. Achtsamkeit in der Pflege bedeutet also auch, den Menschen mit all ihren Facetten gegenüber bewusst und achtsam zu sein.

Gute Planung ist alles

Bei der achtsamen Pflege geht es nicht nur darum, einen achtsamen Umgang mit den Klienten und sich selbst zu pflegen. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die Planung Ihres Arbeitsalltags. Planen Sie den Pflegealltag bewusst. Planen Sie bereits einen Tag im Voraus, was Sie alles zu tun haben. So schleichen sich weniger Fehler ein und Sie können sich besser auf die Bedürfnisse Ihrer Klienten einlassen. So gehen Sie aufmerksamer und bewusster an die Arbeit.

Achtsamkeit in der Pflege bedeutet Bedürfnisse erkennen

Pflegen Sie eine intensive Beziehung zu Ihren Klienten. So wird es Ihnen leichter fallen zu erkennen, welche Bedürfnisse er hat. Sie können sich auf das Wesentliche konzentrieren und lassen alles was überflüssig ist weg. Sie müssen nicht nach Schema F arbeiten.

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie Sie mehr Achtsamkeit in die Pflege bringen können, sollten Sie regelmäßige Übungen machen, die sie achtsamer werden lassen. Die AWO NRW bietet hierfür spezielle Kurse an, die sich mit der achtsamkeitsbasierten Stressreduktion nach Jon Kabat-Zinn beschäftigen. Sie lernen dadurch, wie Sie Ihren Stresspegel senken können. Es werden zudem auch Kurse angeboten für Menschen, die depressive Episoden erlitten haben, an Angststörungen, chronischen Schmerzen, Burnout und ähnlichen Beschwerden leiden.

Sie können sich dort mit anderen Betroffenen und Pflegekräften austauschen. Sie sorgen auf diese Weise für ein starkes Miteinander und Füreinander.